Grauer Star

(Ein Interview mit Privatdozent Dr. Stephan Linke)

Was ist eigentlich ein „grauer Star“?

Mit „grauer Star“ oder auch „Katarakt“ bezeichnet man eine getrübte Linse im Augeninneren. Der Name kommt von der Beschreibung des Gesichtsausdruckes von Menschen mit einem fortgeschrittenen grauen Star. Da diese durch die weit fortgeschrittene Linsentrübung nicht mehr sehen können, starren Sie vor sich hin. Wenn man ihnen in die Augen schaut, sieht man, statt der schwarzen Pupille, eine weiße oder graue Pupille: „Der graue Star“. Zum Glück sieht man diese Maximalform der Veränderung heute nur noch selten, in den weit entwickelten Ländern praktisch gar nicht mehr. Dies liegt an der guten medizinischen Versorgung, die ein rechtzeitiges Erkennen und operatives Vorgehen ermöglicht (siehe auch Katarakt).

Wann tritt der „graue Star“ in der Regel auf und wodurch wird er verursacht?

Der graue Star kann in jedem Alter auftreten und die Ursache dafür können ganz unterschiedliche Ursachen sein. Die mit Abstand häufigste Form ist der sogenannte „Altersstar“. Diese Variante tritt meist erst jenseits des 60. Lebensjahres auf.

Was kann/ muss man tun, um den „Grauen Star“ zu behandeln?

Die einzige bisher wirklich hilfreiche Möglichkeit die Katarakt/ den „Grauen Star“ zu behandeln, ist eine Operation durch den Augenarzt/-chirurgen. Die Katarakt-Chirurgie ist eine medizinische Disziplin mit langer Tradition. heutzutage werden jährlich mehr als 400.000 Operationen der Katarakt in Deutschland durchgeführt – die Katarakt Operation ist somit die mit Abstand häufigste Operation in Deutschland.

Seit wann gibt es die Katarakt-Chirurgie?

Sir Harold Ridley implantierte 1949 in London die erste künstliche Intraokularlinse. Vorausgegangen waren seine Beobachtungen, dass Plexiglasfragmente keine schädigende Reaktion in den Augen von Piloten aus dem 2. Weltkrieg hervorgerufen haben. Seitdem hat sich die Kataraktchirurgie dramatisch verändert. Weitere Meilensteine waren die Erfindung der Technik der Phakoemulsifikation (Zerkleinerung der Linse mittels Ultraschallenergie) und die Entwicklung faltbarer Intraokularlinsen. Die Operation wird heutzutage vorwiegend in der sogenannten „Kleinschnitt-Technik“ durchgeführt. Diese Technik ermöglicht die Entfernung der getrübten Linse und das Einsetzen einer faltbaren Kunstlinse durch einen etwa nur 2.6 mm breiten Zugang. Wieder Zugang wiederum ist durch eine tunnelförmige Schnittführung selbstdichtend und bedarf in der Regel keine Naht.

 

Wie lange dauert die Katarakt – Operation und wie sicher ist sie?

Die Operation dauert in der Regel nicht länger als 15 bis 20 Minuten und erfolgt meist in örtlicher Betäubung. Mit den heutigen Verfahren ist die Komplikationsrate der Linsenoperation äußerst gering. Die Summe der Innovationen macht die Operation des grauen Stars zu einer der sichersten Operationen in der Augenchirurgie.

Wie wird die Katarakt – Operation durchgeführt?

Die Linse befindet sich im Auge hinter der Iris. Für die Operation wird die Pupille „weingetropft“ und der Kapselsack, ein „Beutel“, in dem sich die eigentliche Linse befindet, wird mittels mikrochirurgischer Instrumenten an dessen Vorderseite eröffnet. Anschließend wird die Linse mittels Lasersystemen wie dem Femto-Laser oder (etwas älter) mittels Ultraschall zerkleinert und abgesaugt. Nach dem vollständigen Absaugen der Linsenreste verbleibt der Kapselsack als „leere Hülle“ im Auge. In diese Tasche wird nun eine faltbare Linse eingesetzt.

Gibt es unterschiedliche Linsen und nach welchen Kriterien werden sie ausgewählt?

Hier werden in Kürze Informationen zu folgenden Stichpunkten ergänzt:

-Monofokale Linsen

-Multifokale Linsen

-Akkomodative Linsen

-Blauschutzfilterlinsen

-Biometrie